Bräuche und Trauung
Hochzeitsbräuche beim Fest: Kranzltanz, Brautentführung und mehr
Kranzltanz, Suppe salzen, Brauttanz, Schuhversteigerung und Brautentführung: Diese Traditionen sorgen auf österreichischen Hochzeitsfesten bis heute für Stimmung.
Redaktion Hochzeit Brautinfo3 Min. Lesezeit

Viele Hochzeitsbräuche, die bei einem österreichischen Hochzeitsfest gepflegt werden, haben eine lange Geschichte. Manche wirken heute charmant altmodisch, andere sorgen nach wie vor für die besten Momente des Abends. Hier findet ihr die bekanntesten Traditionen und wie ihr sie in eure Feier einbauen könnt.
Der Kranzltanz
Das Abnehmen des Brautschleiers gilt neben dem Brautstraußwerfen oft als Höhepunkt des Hochzeitsfestes. So läuft der Kranzltanz traditionell ab:
- Die Brautmutter nimmt ihrer Tochter den Schleier ab und führt sie in den Kreis der unverheirateten Frauen.
- Die Frauen breiten den Schleier wie ein Dach über der Braut aus.
- Rund um die Braut wird ein Reigen getanzt.
- Nach dem Tanz steckt die Braut den Schleier jener Frau an, die ihrer Meinung nach als Nächste heiraten wird.
Der Kranzltanz ist schon aus dem 18. Jahrhundert überliefert. Wenn ihr ihn aufgreifen wollt, sprecht vorher mit eurer Band oder eurem DJ über passende Musik.
Die Hochzeitssuppe salzen
Vor dem Hochzeitsmahl geht die Braut in die Küche, um die Suppe zu salzen. Dabei bedankt sie sich beim Küchenteam mit einem Trinkgeld für das Hochzeitsessen. Ein schöner Brauch, den ihr auch gemeinsam als Paar pflegen könnt: Das Team hinter den Kulissen freut sich über die Wertschätzung.
Der Brauttanz
Traditionell eröffnet der Brauttanz unter der Leitung des Hochzeitsladers die Tanzfläche. Die Reihenfolge ist dabei klar geregelt:
- Den ersten Tanz tanzt das Brautpaar miteinander.
- Danach tanzen Braut und Bräutigam jeweils mit Eltern, Geschwistern und Paten.
- Zum Schluss tanzt der Hochzeitslader mit der Braut und übergibt sie anschließend wieder dem Bräutigam.
Belebt werden die Tänze von den „Zuawigehern“, „Nachigehern“, „Mosnaschützen“ und „Stücklpassern“. Dieses „Dreintanzen“ ungebetener Burschen war früher nicht selten Anlass für eine ordentliche Rauferei. Erst wenn das ganze Prozedere erledigt ist, gibt der Hochzeitslader die Tanzfläche für alle übrigen Gäste frei.
Wenn ihr für euren Eröffnungstanz noch ein paar Schritte üben wollt, helfen euch Tanzschulen mit Hochzeitskursen weiter.
Den Brautschuh versteigern
Eine lustige und für das Brautpaar recht einträgliche Versteigerung: Der Schuh der Braut kommt unter den Hammer. Einer der Trauzeugen geht mit einem Hut herum, und jeder Bieter legt nur den Differenzbetrag zum vorherigen Gebot hinein. Als Allerletzter bietet der Bräutigam. So bekommt die Braut wieder ein vollständiges Paar Schuhe und als Zugabe einen gut gefüllten Hut, der oft ins Budget für die Hochzeitsreise wandert.
Die Brautentführung
Früher war die Brautentführung eine ernste Angelegenheit, denn es kam vor, dass die Braut schon während der Trauungszeremonie entführt wurde. Wer nicht auf seine Braut aufpassen konnte, war es dem Brauch nach auch nicht wert, sie zu heiraten. Heute geht es nur noch darum, das Brautpaar kurz zu trennen und mit der Braut irgendwo auf ein Getränk einzukehren.
Zwei Tipps, damit der Brauch Spaß macht:
- Nicht zu lange wegbleiben: Die zurückgebliebenen Gäste langweilen sich sonst schnell, und die Stimmung leidet.
- Brautstrauß im Auge behalten: Der Bräutigam sollte gut auf den Strauß aufpassen. Bringt er ihn beim Auslösen der Braut mit, ist er der Tradition nach von der Zahlungspflicht befreit, und die Entführer müssen ihre Zeche selbst begleichen.
Besprecht vorab mit euren Trauzeugen, welche Bräuche ihr euch wünscht und welche lieber nicht. So bleibt auch der Zeitplan mit Location und Catering entspannt.
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Häufige Fragen
Was ist der Kranzltanz bei einer Hochzeit?
Beim Kranzltanz nimmt die Brautmutter der Braut den Schleier ab, die unverheirateten Frauen tanzen einen Reigen um sie, und die Braut gibt den Schleier an jene weiter, die als Nächste heiraten soll.
Wie funktioniert das Versteigern des Brautschuhs?
Die Gäste bieten auf den Schuh der Braut und legen jeweils den Differenzbetrag zum Vorgebot in einen Hut. Der Bräutigam bietet zuletzt und bekommt den Schuh, das Paar behält den gesammelten Betrag.
Wie lange sollte eine Brautentführung dauern?
Am besten nicht länger als etwa eine Stunde, damit die übrigen Gäste nicht zu lange warten und die Stimmung erhalten bleibt.


