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Flitterwochen

Heiraten rund um den Globus: Hochzeit in der Türkei

Hunderte Gäste, eine Hennanacht und ein festes Ritual von der Brautwerbung bis zum großen Fest: So feiern Paare in der Türkei ihre Hochzeit.

Redaktion Hochzeit Brautinfo2 Min. Lesezeit

Heiraten rund um den Globus: Hochzeit in der Türkei

Eine türkische Hochzeit unterscheidet sich von einer typischen österreichischen Hochzeit vor allem in einem Punkt: der Zahl der Gäste.

Das gesellschaftliche Leben in der Türkei folgt oft dem Prinzip, niemanden auszuschließen. Zu großen Familienfesten werden deshalb alle eingeladen: Familie, Bekannte, Nachbarn und Arbeitskollegen. Und wer eingeladen ist, bringt nicht selten selbst noch jemanden mit. Willkommen sind alle.

Die Hochzeit ist damit weit mehr als ein privates Fest, nämlich ein zentrales gesellschaftliches Ereignis, und Feiern mit 300, 500 oder noch mehr Gästen sind keine Seltenheit.

Die Hochzeitsriten Schritt für Schritt

Von der ersten Brautwerbung bis zur großen Feier folgt eine traditionelle türkische Hochzeit einem festen Ablauf. Wie streng dieser eingehalten wird, ist je nach Region und Familie unterschiedlich.

Kız İsteme: um die Hand anhalten

Beim Kız İsteme besucht die Familie des Bräutigams die Familie der Braut, um offiziell um ihre Hand zu bitten. Es gibt Tee und Süßes, und die gemeinsame Zukunft des Paares wird ausführlich besprochen. Ein bekannter Brauch: Die Braut serviert dem Bräutigam einen türkischen Kaffee, in den sie statt Zucker manchmal Salz gibt. Trinkt er ihn ohne Murren, beweist er seine Geduld.

Söz und Nişan: Versprechen und Verlobung

Das Söz kesme ist das offizielle Eheversprechen. Dabei werden oft Ringe getauscht, die mit einem roten Band verbunden sind. Das Band wird anschließend durchgeschnitten. Bei der Verlobungsfeier, dem Nişan, feiern beide Familien gemeinsam, häufig schon in größerem Rahmen.

Kına Gecesi: die Hennanacht

Die Kına Gecesi ist eine Art Polterabend auf orientalische Art und findet meist am Abend vor der Hochzeit statt. Die Braut trägt dabei oft ein rotes oder lila besticktes Kleid und einen roten Schleier. Unter traditionellen, teils wehmütigen Liedern wird ihr Henna auf Handflächen und Finger aufgetragen, denn der Abschied vom Elternhaus wird hier ganz bewusst gefeiert. Traditionell beschenkt die Schwiegermutter die Braut an diesem Abend mit Goldschmuck.

Nikah: die Trauung

Rechtlich gültig ist in der Türkei nur die standesamtliche Trauung, die Resmi Nikah. Viele Paare lassen zusätzlich eine religiöse Trauung durch einen Imam vornehmen, die İmam Nikahı. Diese hat für viele Familien große Bedeutung, ersetzt aber nicht die Eheschließung auf dem Standesamt.

Düğün: das große Fest

Die Hochzeitsfeier, der Düğün, beginnt mit dem festlichen Einzug des Brautpaares in den Saal. Danach wird ausgelassen getanzt, gesungen und gefeiert, oft mit Live-Musik und traditionellen Reigentänzen wie dem Halay. Ein Höhepunkt ist das Takı: Die Gäste stecken dem Paar Geldscheine oder Goldmünzen an die Kleidung oder überreichen Schmuck. Bei vielen Hochzeiten bindet ein Verwandter der Braut zudem ein rotes Band um ihre Taille, das für Reinheit und Glück steht.

Tipps für Gäste

  • Plant genug Zeit ein: Türkische Feiern gehen oft lang und sind sehr tanzfreudig.
  • Als Geschenk sind Geld oder Goldschmuck beim Takı üblich.
  • Festliche Kleidung ist gern gesehen, die Braut trägt meist Weiß.

Ihr plant selbst eine Hochzeit mit vielen Gästen und braucht einen großen Saal? In unserer Übersicht der Hochzeitslocations findet ihr Locations für jede Größe.

Häufige Fragen

Was ist eine Kına Gecesi?

Die Kına Gecesi ist die Hennanacht vor der türkischen Hochzeit. Der Braut wird unter traditionellen Liedern Henna auf die Hände aufgetragen, sie verabschiedet sich symbolisch vom Elternhaus.

Was schenkt man auf einer türkischen Hochzeit?

Üblich sind Geld oder Goldschmuck. Beim sogenannten Takı stecken die Gäste dem Brautpaar Geldscheine oder Goldmünzen an die Kleidung.

Ist die Imam-Trauung in der Türkei rechtsgültig?

Nein, rechtsgültig ist nur die standesamtliche Trauung, die Resmi Nikah. Die religiöse Trauung durch einen Imam wird zusätzlich gefeiert, ersetzt diese aber nicht.

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