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Flitterwochen

Heiraten rund um den Globus: Hochzeit in China

Rot als Glücksfarbe, eine Teezeremonie für die Familie und ein Bräutigam, der sich den Weg zur Braut erst verdienen muss: So wird in China geheiratet.

Redaktion Hochzeit Brautinfo3 Min. Lesezeit

Heiraten rund um den Globus: Hochzeit in China

Die Hochzeit gilt in China bis heute als eines der wichtigsten Ereignisse im Leben eines Paares, und sie ist zugleich ein Fest für die ganzen Familien. Traditionell soll sie vor allem eines sein: laut, prächtig und großzügig. Brautleute und Eltern scheuen daher kaum Kosten und Mühen, und viele vertrauen auf professionelle Hochzeitsplaner, damit an diesem Tag alles reibungslos läuft.

Auch die Gäste zeigen sich großzügig. Statt Sachgeschenken überreichen sie meist Geld, traditionell in roten Umschlägen, den Hóngbāo. Die Farbe Rot steht in China für Glück, Freude und Wohlstand.

Brautmode: Rot statt Weiß

Traditionell ist Rot bei chinesischen Hochzeiten die alles beherrschende Farbe. Die klassische Braut trägt ein rotes, oft reich mit Gold besticktes Gewand, etwa ein Qipao oder ein zweiteiliges Kleid. Heute kombinieren viele Paare beide Welten: Für Trauung und Fotos gibt es ein weißes Brautkleid im westlichen Stil, für die Teezeremonie oder das Bankett ein traditionelles rotes Kleid. Oft wechselt die Braut im Laufe des Festes sogar mehrmals die Garderobe.

Der Hochzeitstag

Das Abholen der Braut

Schon am Morgen macht sich der Bräutigam mit seinen Freunden auf den Weg zum Haus der Brauteltern. Traditionell kündigten Knallkörper sein Kommen an, denn Lärm soll böse Geister vertreiben. In vielen Städten ist Feuerwerk heute allerdings eingeschränkt oder verboten.

An der Tür wartet die nächste Hürde: Die Freundinnen der Braut lassen den Bräutigam erst herein, wenn er Rätsel löst, Aufgaben erfüllt und ein "Lösegeld" in roten Umschlägen zahlt. Diese spielerischen Türspiele gehören bis heute zu den lustigsten Momenten des Tages.

Die Teezeremonie

Im Mittelpunkt steht die Teezeremonie. Das Brautpaar serviert den Eltern und älteren Verwandten Tee, oft gesüßt mit Datteln oder Lotossamen, die für eine glückliche Ehe und Kindersegen stehen. Damit zeigen die beiden Respekt und werden offiziell in die Familie aufgenommen. Im Gegenzug erhält das Paar rote Umschläge mit Geld oder Schmuck. Die Zeremonie findet häufig zuerst bei der Familie der Braut und dann bei der Familie des Bräutigams statt.

In manchen Familien verneigt sich das Paar zusätzlich vor einem Hausaltar für die Ahnen, und es wird symbolisches Opfergeld aus Papier verbrannt, um die Vorfahren zu ehren.

Alte Bräuche auf dem Weg

Früher wurde die Braut in einer Sänfte zum Haus des Bräutigams gebracht. Die Begleitung machte unterwegs möglichst viel Lärm und rüttelte an der Sänfte, um böse Geister fernzuhalten. Je nach Region wurde das Paar zudem mit Reis oder Bohnen beworfen, als Wunsch für Fruchtbarkeit und Wohlstand. Heute ersetzt meist ein geschmückter Autokorso die Sänfte.

Necken erlaubt

Ein alter Brauch mit dem Namen Nào dòngfáng erlaubt es den Gästen, das Brautpaar am Abend im Brautgemach zu necken, mit Spielen, Aufgaben und mehr oder weniger anzüglichen Scherzen. Früher sollen sich besonders witzige Verwandte sogar unter dem Bett versteckt haben. Heute fällt dieser Brauch meist deutlich harmloser aus.

Das Hochzeitsbankett

Ein typisches chinesisches Hochzeitsbankett besteht aus zehn bis zwölf Gängen. Viele Speisen haben eine symbolische Bedeutung: Ein ganzer Fisch steht für Überfluss, Nudeln für ein langes Leben, Süßes für eine glückliche Ehe. Haifischflossensuppe galt lange als Prestigespeise, mit der Familien ihren Wohlstand zeigten. Aus Gründen des Arten- und Tierschutzes verzichten heute jedoch immer mehr Paare darauf.

Hochzeitsfotos mit großem Aufwand

Hochzeitsfotos haben in China einen besonders hohen Stellenwert. Viele Paare lassen schon Wochen oder Monate vor der Hochzeit ein aufwendiges Shooting machen, oft an mehreren Orten und mit verschiedenen Outfits, Frisuren und Make-up-Looks. Die Ergebnisse werden in großen Alben gesammelt und am Hochzeitstag stolz präsentiert.

Fazit: Eine klassische chinesische Hochzeit verlangt viel Zeit, Planung und Budget. Dafür ist sie ein farbenprächtiges Familienfest voller Symbolik. Und wer neugierige Verwandte nicht scheut, hat garantiert viel zu lachen.

Wenn euch die Idee eines aufwendigen Fotoshootings vor der Hochzeit gefällt, findet ihr passende Profis bei unseren Hochzeitsfotografen.

Und wenn ihr selbst im Ausland heiraten wollt?

Wer sich von fremden Bräuchen inspirieren lässt, muss nicht gleich auswandern: Viele Rituale lassen sich liebevoll in eine freie Trauung oder die Feier in Österreich einbauen. Wollt ihr tatsächlich im Ausland heiraten, klärt vorab, welche Dokumente ihr braucht und wie die Ehe in Österreich anerkannt wird. Einen guten Überblick gibt unser Ratgeber Standesamtlich heiraten in Österreich.

Häufige Fragen

Warum trägt die Braut in China Rot?

Rot gilt in China als Farbe des Glücks, der Freude und des Wohlstands. Deshalb trägt die Braut traditionell ein rotes Gewand, viele Bräute kombinieren es heute mit einem weißen Kleid.

Was schenkt man zu einer chinesischen Hochzeit?

Üblich ist Geld in einem roten Umschlag, dem Hóngbāo. Gerade Beträge gelten als glücksbringend, die Zahl Vier wird gemieden, weil sie ähnlich klingt wie das Wort für Tod.

Was ist die chinesische Teezeremonie bei der Hochzeit?

Das Brautpaar serviert Eltern und älteren Verwandten Tee als Zeichen des Respekts. Dafür erhält es Segenswünsche und rote Umschläge mit Geld oder Schmuck.

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