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Bräuche und Trauung

Traditionelle Hochzeitsspiele aus Österreich und ihre Bedeutung

Brautaufwecken, Pfiaten, Absperren, Gattihosenlaufen und Brautstehlen: Diese traditionellen Hochzeitsspiele werden in Österreich bis heute gepflegt.

Redaktion Hochzeit Brautinfo3 Min. Lesezeit

Traditionelle Hochzeitsspiele aus Österreich und ihre Bedeutung, Bild 1

Seit jeher wird die Hochzeitsgesellschaft mit besonderen Hochzeitsspielen unterhalten. Viele dieser Bräuche haben sich bis heute gehalten und sorgen vor, während und nach dem Fest für Gelächter und schöne Erinnerungen. Wenn ihr Lust auf Tradition habt, sprecht euch mit eurem Hochzeitslader oder euren Musikern ab. Beide kennen meist ein paar bewährte Spiele, die zu euch und eurer Region passen.

Brautaufwecken

Vielerorts beginnt der Hochzeitstag mit dem „Brautaufwecken“. In den frühen Morgenstunden ziehen die Burschen aus dem Ort vor das Haus der Braut und wecken sie mit Böllerschüssen. Danach wird sie von ihren Freundinnen und den „Kranzldamen“ angekleidet. Wer diesen Brauch heute pflegen möchte, klärt am besten vorher mit der Gemeinde, was erlaubt ist, und informiert die Nachbarschaft.

Das „Brautbegehren“

Beim „Brautbegehren“ holt der Brautführer die Braut aus ihrem Elternhaus ab. Oft wird ihm dabei zunächst eine „falsche Braut“ präsentiert, und viele lustige Sprüche begleiten das Ganze. Anschließend bekommen die Hochzeitsgäste ein reichliches Frühstück. Früher frühstückten die Angehörigen von Braut und Bräutigam getrennt und trafen sich erst beim gemeinsamen Kirchgang wieder.

Das „Pfiaten“

Der Kirchgang beginnt mit dem Abschied der Braut von ihrem Elternhaus, dem sogenannten „Pfiaten“. Früher kniete die Braut dabei vor ihren Eltern nieder, dankte ihnen für alles, was sie für sie getan hatten, und bat um ihren Segen.

Im Wechselgebiet ist stattdessen das „Brautausbitten“ üblich: Der Hochzeitslader nimmt im Namen der Braut Abschied von den Eltern. Danach stellt er den Hochzeitszug zur Kirche zusammen, an dessen Spitze die Musik geht.

Das „Fürziehen“ oder „Absperren“

Auf dem Weg zur Kirche wird nicht selten „abgesperrt“. Dieses Absperren des Weges mit einem Strick geht auf die alte „Brautmaut“ zurück und ist im ganzen Land unter verschiedenen Namen bekannt.

In sehr alter Zeit galt die Brautmaut nur für Bräute, die aus einem anderen Dorf stammten. Heute wird auch innerhalb des Ortes abgesperrt. Bei dieser Gelegenheit wird auch „vermacht“: Man gibt zum Vergnügen der Hochzeitsgesellschaft Geschichten aus der Jugendzeit des Brautpaars zum Besten.

Um das letzte Hindernis zu überwinden, gibt das Paar eine Spende an die Dorfburschen und Dorfmädchen, aus deren Gemeinschaft es nun ausscheidet. Im Gegenzug reichen die jungen Leute den Hochzeitsgästen oft Wein. Erst wenn auch der letzte Gast getrunken hat, wird die Sperre aufgehoben. Ein kleiner Tipp: Legt für diesen Brauch vorab etwas Bargeld bereit und plant ein paar Minuten Puffer im Zeitplan ein.

Das „Gattihosenlaufen“

In einigen Orten im Salzburger Flachgau gibt es heute noch manchmal ein Hochzeitslaufen. Dabei laufen die jungen, unverheirateten Burschen der Hochzeitsgesellschaft nur in Unterhosen, der sogenannten „Gattihose“, um die Wette. Der Hochzeitslader reicht den Läufern vor dem Start ein Glas Wein, gibt das Startzeichen und ist obendrein Schiedsrichter.

Das „Brautstehlen“ oder die „Brautentführung“

In manchen Gegenden Österreichs ist das „Brautstehlen“ noch immer sehr beliebt. Die Braut wird in ein Wirtshaus entführt, wo auf Kosten des Bräutigams kräftig gezecht wird. Danach geht es zurück zum Hochzeitshaus, dessen Tür verschlossen ist.

Vor dem Tor steht oft ein Tisch oder Sessel mit drei Dingen:

  • Brot
  • ein Glas Wasser als Mahnung zur Sparsamkeit
  • ein Besen

Die Hochzeitsgäste beobachten genau, wonach der Bräutigam zuerst greift. Manchmal muss der Einlass auch mit vielen Vierzeilern vom Hochzeitslader erstritten werden. Ab und zu tritt sogar ein vermummtes Paar auf und präsentiert ein angeblich uneheliches Kind, meist eine Puppe. Auch diese Hindernisse überwindet das Brautpaar nur mit einer Spende.

Scherben kehren im Burgenland und Weinviertel

Im Burgenland und im Weinviertel wird an der Türschwelle ein Blumentopf oder ein Teller zerbrochen. Die Braut muss die Scherben wegkehren, und alle schauen genau hin, ob sie „das Glück ins Haus hineinkehrt“.

Viele dieser Bräuche passen besonders gut zu Hochzeiten im ländlichen Wirtshaus oder auf dem Bauernhof. Stimmt eure Wünsche rechtzeitig mit der Hochzeitslocation und der Hochzeitsmusik ab, damit alle Beteiligten wissen, was euch erwartet.

Häufige Fragen

Was ist das Absperren bei einer Hochzeit?

Beim Absperren wird dem Hochzeitszug mit einem Strick der Weg versperrt. Das Brautpaar löst die Sperre mit einer Spende aus, oft gibt es im Gegenzug Wein für die Gäste.

Was bedeutet Pfiaten bei der Hochzeit?

Pfiaten ist der traditionelle Abschied der Braut von ihrem Elternhaus vor dem Kirchgang, bei dem sie den Eltern dankt und um ihren Segen bittet.

Was liegt beim Brautstehlen vor der Tür?

Traditionell Brot, ein Glas Wasser und ein Besen. Die Gäste beobachten, wonach der Bräutigam zuerst greift.

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