Bräuche und Trauung
Hochzeitsbräuche rund um die Trauung und was dahintersteckt
Geheimes Brautkleid, Blumenstreuen, Spalier und Brautstrauß: Diese Bräuche begleiten in Österreich viele Trauungen. Hier erfahrt ihr, was sie bedeuten.
Redaktion Hochzeit Brautinfo3 Min. Lesezeit

Rund um die Trauung haben sich in Österreich viele Bräuche gehalten. Manche sind uralt, andere kamen erst später dazu. Fast alle drehen sich um dieselben Wünsche: Glück, Fruchtbarkeit und eine Ehe, die auch steinige Wege meistert. Hier erfahrt ihr, was hinter den bekanntesten Traditionen steckt und wie ihr sie heute umsetzen könnt.
Streng geheim: das Brautkleid
In Österreich hat sich der Brauch gehalten, dass der Bräutigam das Brautkleid erst im großen Moment der Begegnung zu Gesicht bekommt, ob vor dem Altar, beim Standesamt oder bei der freien Zeremonie. Umso größer sind dann Neugier, Freude und Überraschung. Hartnäckig hält sich auch der Aberglaube, es bringe Unglück, wenn der Bräutigam das Kleid vor der Trauung sieht.
Viele Paare entscheiden sich heute bewusst für ein sogenanntes First Look Shooting: Ihr seht euch vor der Trauung in ruhigem Rahmen zum ersten Mal und lasst den Moment von eurer Fotografin oder eurem Fotografen festhalten. Beides hat seinen Reiz, entscheidet einfach, was sich für euch richtig anfühlt.
Etwas Altes, Neues, Geliehenes und Blaues
Traditionell trägt die Braut am Hochzeitstag etwas Altes, etwas Neues, etwas Geliehenes und etwas Blaues. Die Überlieferung verspricht ihr dafür Glück und eine sonnige Zukunft. Die vier Dinge stehen symbolisch für die Verbindung zur Vergangenheit, den Neubeginn, die Unterstützung durch Familie und Freunde und für Treue.
- Alt: Großmutters Ohrringe, ein Taschentuch aus der Familie
- Neu: das Brautkleid, die Schuhe oder ein neues Schmuckstück
- Geliehen: ein Haarschmuck oder ein Armband der besten Freundin
- Blau: ein Strumpfband, eine eingestickte Initiale im Kleid oder blaue Details im Brautstrauß
Das Streuen von Blumen
Einer der schönsten überlieferten Bräuche ist das Blumenstreuen. Die Blüten sollen dem Brautpaar reichen Kindersegen bescheren und den manchmal steinigen Weg der Ehe ebnen. Meist übernehmen Blumenkinder diese Aufgabe. Fragt vorab nach, ob in Kirche oder Location echte Blütenblätter erlaubt sind, und plant für die Körbchen am besten mit eurer Floristin.
Das Werfen von Reis
Ähnlich wie das Blumenstreuen steht auch das Reiswerfen für den Wunsch nach Fruchtbarkeit und Wohlstand. Der Brauch soll ursprünglich aus dem asiatischen Raum stammen. Viele Kirchen, Standesämter und Locations erlauben Reis heute nicht mehr, weil er rutschig ist und schwer zu entfernen. Alternativen sind Blütenblätter, getrockneter Lavendel, Seifenblasen oder Konfetti aus Papier, das sich biologisch abbaut. Klärt vorher ab, was erlaubt ist.
Das Hochzeitsspalier
Nach der Trauung schreitet das Brautpaar oft durch ein Spalier aus Gästen und Freunden. Mal halten sie Blumen, Bänder oder Wunderkerzen in die Höhe, mal bilden Vereinskolleginnen und Kollegen mit Werkzeug, Sportgeräten oder Musikinstrumenten einen Bogen. Manchmal versuchen die Gäste, das Paar am Durchgehen zu hindern. Dahinter steckt die Idee, gemeinsam Hindernisse in der Ehe zu überwinden.
Den Weg versperren
Vor allem in ländlichen Gegenden noch üblich ist das Wegsperren: Beim Verlassen der Kirche spannen Kinder oder junge Burschen Bänder oder Schnüre über den Weg. Das Brautpaar muss sich mit Geld, Wein oder Süßigkeiten freikaufen, bevor es weitergehen darf. Habt ihr ein paar Münzen oder Zuckerl in einem Säckchen dabei, dann seid ihr vorbereitet.
Den Brautstrauß werfen
Ein Höhepunkt vieler Hochzeitsfeiern ist das Werfen des Brautstraußes. Die Braut dreht den unverheirateten Gästen den Rücken zu und wirft den Strauß hoch in die Luft. Wer ihn fängt, soll als Nächstes heiraten. Viele Bräute lassen sich dafür einen kleineren Wurfstrauß binden und behalten den eigentlichen Brautstrauß als Erinnerung.
Das Strumpfband werfen
Im Anschluss folgt bei manchen Hochzeiten das Werfen des Strumpfbandes. Diesmal versuchen die unverheirateten Männer, das Strumpfband zu fangen, das der Bräutigam zuvor der Braut abgenommen hat. Der Fänger soll der nächste Bräutigam sein. Ob ihr diesen Brauch übernehmt, ist ganz eure Sache: Nicht jede Braut fühlt sich damit wohl, und das ist völlig in Ordnung.
Häufige Fragen
Warum darf der Bräutigam das Brautkleid vorher nicht sehen?
Das ist ein alter Aberglaube, der Unglück verhindern soll. Heute steht vor allem die Überraschung im Vordergrund, und viele Paare entscheiden sich bewusst für ein First Look Shooting vor der Trauung.
Darf man nach der Trauung Reis werfen?
Das hängt von Kirche, Standesamt oder Location ab, viele erlauben Reis nicht mehr. Fragt vorher nach und weicht im Zweifel auf Blütenblätter, Lavendel oder Seifenblasen aus.
Was bedeutet etwas Altes, Neues, Geliehenes und Blaues?
Die vier Dinge stehen für die Verbindung zur Herkunft, den Neubeginn, den Rückhalt durch Familie und Freunde sowie für Treue. Der Brauch soll der Braut Glück bringen.


