Flitterwochen
Heiraten rund um den Globus: Hochzeit in Thailand
Mönche, Muschelwasser und zwei verbundene Kränze aus weißem Faden: Eine thailändische Hochzeit ist farbenfroh, fröhlich und voller Symbolik.
Redaktion Hochzeit Brautinfo3 Min. Lesezeit

Die traditionelle thailändische Hochzeitszeremonie ist im Kern keine religiöse Trauung, trotzdem ist jedes Hochzeitsfest ein großes gesellschaftliches Ereignis. Die Entscheidung, das Leben miteinander zu teilen, ist auch in Thailand ein Meilenstein, und so wird die Zeremonie in feierlicher Atmosphäre begangen. Buddhistische Elemente wie der Segen der Mönche gehören dennoch für viele Familien selbstverständlich dazu.
Die Sterne entscheiden mit
Bevor überhaupt geplant wird, fragt man oft einen Astrologen oder einen Mönch um Rat. Er prüft, ob die Sterne des Paares zueinander passen, und bestimmt, falls ja, den glücksverheißendsten Tag und sogar die genaue Uhrzeit für die wichtigsten Rituale. Gefeiert wird zu Hause, im Hotel, in einem gemieteten Saal oder in einem Festzelt.
Die Braut trägt einen Chut Thai, ein eigens geschneidertes traditionelles Seidengewand, oft in leuchtenden Farben und mit Goldschmuck. Der Bräutigam erscheint in einem schlichten Anzug oder ebenfalls in traditioneller thailändischer Kleidung. Für die Feier am Abend wechseln viele Paare in westliche Hochzeitsmode.
Vor der Zeremonie: Brautpreis und Prozession
Traditionell zahlt die Familie des Bräutigams der Brautfamilie einen Brautpreis, den Sin Sod. Er wird bei einer fröhlichen Prozession, der Khan-Maak-Parade, mit Musik, Tanz und Geschenken zum Haus der Braut gebracht. Unterwegs warten oft symbolische "Tore", an denen der Bräutigam nur gegen kleine Geldgeschenke passieren darf. Manche Familien geben den Brautpreis nach der Hochzeit ganz oder teilweise an das Paar zurück, als Starthilfe für das gemeinsame Leben.
Die Hochzeitszeremonie
Der Segen der Mönche
Die Zeremonie findet meist am Morgen statt und beginnt damit, dass das Paar Mönche bewirtet, die das Brautpaar daraufhin mit Gebeten segnen. Ein ehrwürdiger Mönch oder Ältester zeichnet dem Bräutigam drei Punkte auf die Stirn, die Glück bringen sollen. Der Bräutigam steht oder kniet dabei rechts von der Braut.
Sai Monkhon und Rod Nam Sang
Zum vorhergesagten Zeitpunkt folgt der Höhepunkt: Ein ehrwürdiger Ältester setzt dem Paar zwei Kränze aus weißem Faden auf den Kopf, die durch ein Band miteinander verbunden sind, die Sai Monkhon. Diese Kränze verbinden die beiden symbolisch, ohne ihre Individualität aufzuheben.
Danach folgt die Wasserzeremonie Rod Nam Sang. Das Paar kniet nebeneinander, die Hände wie zum Gebet gefaltet. Aus einer Muschel wird geweihtes Wasser über die Hände gegossen, das in Schalen mit kunstvoll gesteckten Blumen tropft. Zuerst segnet der Älteste das Paar, dann die Eltern und schließlich alle Gäste, die dabei ihre guten Wünsche aussprechen.
Eine Feier voller Farben
Getragen wird die feierliche und glückliche Atmosphäre von einer üppig geschmückten Feststätte: Blumen, gemusterte Stoffe, Girlanden und Kordeln, dazu die farbenfrohe Kleidung der ganzen Hochzeitsgesellschaft. Am Abend wird oft mit einem großen Bankett, Musik und Tanz weitergefeiert.
Rechtlich gültig: der Gang zum Amt
Die traditionelle Zeremonie allein macht in Thailand noch keine gültige Ehe. Rechtswirksam wird die Ehe erst durch die Registrierung beim örtlichen Bezirksamt. Für ausländische Paare kommen weitere Dokumente und Übersetzungen hinzu. Wer in Thailand heiraten möchte, sollte sich deshalb frühzeitig informieren.
Und wenn ihr selbst im Ausland heiraten wollt?
Wer sich von fremden Bräuchen inspirieren lässt, muss nicht gleich auswandern: Viele Rituale lassen sich liebevoll in eine freie Trauung oder die Feier in Österreich einbauen. Wollt ihr tatsächlich im Ausland heiraten, klärt vorab, welche Dokumente ihr braucht und wie die Ehe in Österreich anerkannt wird. Einen guten Überblick gibt unser Ratgeber Standesamtlich heiraten in Österreich.
Thailand ist zudem eines der beliebtesten Ziele für Flitterwochen. Anregungen findet ihr in unserer Kategorie Hochzeitsreise und Flitterwochen.
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Häufige Fragen
Was ist Rod Nam Sang?
Rod Nam Sang ist die Wasserzeremonie bei einer thailändischen Hochzeit. Älteste, Eltern und Gäste gießen dem Paar aus einer Muschel geweihtes Wasser über die gefalteten Hände und sprechen dabei ihre Segenswünsche.
Ist eine buddhistische Hochzeit in Thailand rechtsgültig?
Nein, die Zeremonie allein ist nicht rechtsgültig. Gültig wird die Ehe erst mit der Registrierung beim Bezirksamt, für Ausländer sind dafür zusätzliche Dokumente nötig.
Was ist der Sin Sod?
Der Sin Sod ist der Brautpreis, den die Familie des Bräutigams traditionell an die Brautfamilie zahlt. Manche Familien geben ihn nach der Hochzeit ganz oder teilweise an das Paar zurück.


