Bräuche und Trauung
Die buddhistische Hochzeit: Segen statt Sakrament
Im Buddhismus ist die Ehe kein Sakrament, sondern eine Partnerschaft auf Augenhöhe. Wie eine buddhistische Hochzeit abläuft und was ihr in Österreich beachten solltet.
Redaktion Hochzeit Brautinfo2 Min. Lesezeit

„Sinn des gemeinsamen Lebens ist es, Glück aufzubauen und dieses Glück zu festigen.“ Dieser Gedanke fasst gut zusammen, worum es bei einer buddhistischen Hochzeit geht: um gegenseitigen Respekt, gemeinsames Wachsen und eine Partnerschaft auf Augenhöhe.
Die Ehe im Buddhismus
Im Buddhismus gilt die Verbindung zweier Menschen als sehr kostbar. Anders als im Christentum ist die Ehe aber kein Sakrament. Eine Hochzeit ist daher eher ein gesellschaftliches als ein religiöses Fest. Der historische Buddha hat weder einen Ablauf für eine Trauungszeremonie vorgegeben noch Vorschriften für das Eheleben aufgestellt.
Überliefert sind vor allem Gedanken dazu, wie eine gute Ehe aussehen kann: Sie soll auf tiefem gegenseitigem Respekt beruhen, und beide sollen eine gleichwertige Partnerschaft leben. Buddhistinnen und Buddhisten dürfen Menschen jeder Religion heiraten. Die Verbindung soll eine harmonische Ergänzung der Stärken und Schwächen beider Partner sein.
Der Segen durch einen Lehrer
Um dem gemeinsamen Leben auch spirituell Bedeutung zu geben, könnt ihr euch von einem buddhistischen Lehrer, je nach Tradition etwa einem Lama oder einem Mönch, Ratschläge und einen Segen für eure Beziehung geben lassen.
Buddhistisch zu heiraten bedeutet, sich gemeinsam einen Rahmen für die persönliche und partnerschaftliche Entwicklung zu schaffen. Die Feier ist keine religiöse Handlung im engeren Sinn, aber ein Anlass, sich bewusst einen buddhistischen Segen zu erbitten.
Ablauf und Ort der Feier
Da es keine verpflichtenden oder komplizierten Rituale gibt, wird der Ablauf meist gemeinsam mit den Familien festgelegt. Traditionell findet die Feier in einem buddhistischen Tempel, im Haus der Braut oder in einem Zelt statt. Je nach Herkunftsland und Tradition können dazu gehören:
- Rezitationen und Segenswünsche durch Mönche oder Lehrer
- Gaben wie Blumen, Kerzen und Räucherwerk vor einer Buddha-Statue
- Das Zusammenbinden der Hände oder Handgelenke mit einer Schnur als Zeichen der Verbindung
- Persönliche Versprechen des Paares
- Ein gemeinsames Fest mit Familie und Freunden
Buddhistisch heiraten in Österreich
Auch in Österreich entscheiden sich Paare für eine buddhistische Feier, sei es aus Überzeugung oder weil sie die Werte dahinter schätzen. Wichtig zu wissen: Rechtsgültig ist in Österreich nur die standesamtliche Trauung. Die buddhistische Feier ist eine Segnung, die ihr zusätzlich zum Standesamt gestaltet. Was ihr dafür braucht, steht in unserem Ratgeber Standesamtlich heiraten in Österreich.
Wer keinen Bezug zu einer buddhistischen Gemeinschaft hat, kann buddhistische Elemente auch in eine freie Trauung einbauen, etwa einen Moment der Stille, eine Meditation oder Segenswünsche.
Manche Paare verbinden eine buddhistische Segnung auch mit ihrer Hochzeitsreise, etwa in Thailand oder Sri Lanka. Klärt bei solchen Angeboten vorab genau, ob es sich um eine echte Zeremonie mit einer Gemeinschaft oder um ein touristisches Programm handelt, und dass die rechtliche Eheschließung davon getrennt erfolgt.
Weitere Informationen
Ansprechpartnerin für buddhistische Zeremonien in Österreich ist die Österreichische Buddhistische Religionsgesellschaft. Dort erfahrt ihr, welche Gemeinschaften es in eurer Nähe gibt und wer Segnungen durchführt.
Häufige Fragen
Ist eine buddhistische Hochzeit in Österreich rechtsgültig?
Nein, rechtsgültig ist in Österreich nur die standesamtliche Trauung. Die buddhistische Feier ist eine zusätzliche Segnung.
Wie läuft eine buddhistische Hochzeit ab?
Es gibt keinen festgelegten Ablauf. Meist gehören ein Segen durch einen Lehrer oder Mönch, Rezitationen, Gaben vor einer Buddha-Statue und persönliche Versprechen dazu, der Rest wird mit den Familien abgestimmt.
Darf man als Buddhist jemanden mit anderer Religion heiraten?
Ja, im Buddhismus gibt es kein Verbot, Menschen anderer Religionen zu heiraten. Entscheidend sind gegenseitiger Respekt und eine gleichwertige Partnerschaft.


